Das Sprichwort sagt:" Jeder ist seines Glückes Schmied." Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich. Es liegt an Ihm, ob er sich selbst bejaht und sich einverstanden erklärt mit dem, was Gott ihm gegeben hat.
Ein pfiffiger Anonymus hat das Sprichwort umgedeutet und an eine Häuserwand seine überraschende Variante der Lebensphilosophie gesprayt:" Jeder ist seines Glückes Störenfried."
Es gibt Menschen, die es immer wieder fertig bringen, das Glück, das ihnen das Leben bietet, zu stören, zu zerstören. Sie stören den Frieden, wenn sie sich einmal gut finden. Sie können es kaum aushalten, dass es ihnen einmal gut geht. Das ist für sie eine so ungewohnte Erfahrung, dass sie sie sofort wieder zunichte machen müssen. Es ist ihnen wie ein inneres Lebensmuster, das sie nicht glücklich sein dürfen. Daher müssen sie jede positive Erfahrung sofort madig machen. Sie haben sich so mit der Rolle des Unglücklichen identifiziert, dass sie es nicht fertigbringen, diese Rolle vom Spielplan zu streichen. Sie weigern sich, aus ihrer Tragödie eine Komödie zu machen. Doch sie sind zum großen Teil selber der Autor und der Regisseur ihres Lebens. Es liegt an ihnen, ob sie glückliche Augenblicke genießen möchten oder ob sie lieber zerstören mit dem Hinweis, dass das doch nur eine Ausnahme ist, während das übrige Leben doch eine einzige Last sei. Kaum einer wird vor sich selber zugeben, dass er seines Glückes Störenfried ist. Er wird lieber andere dafür verantwortlich machen, seine Eltern, seine Firma, die Gesellschaft, den Staat.
Aber es liegt an ihm, wie er auf seine Erziehung reagiert, was er selbst mit dem Leben macht, das ihm zugefallen ist.
Aus dem Buch der Lebenskunst von Anselm Grün